Geschichte von Gut Fiekenholt

 


Um das Thunumer Gut Fiekensholt, sein Alter und seine Entstehung, hat es in den Kreisen der Forscher viele Meinungsverschiedenheiten gegeben. Man ist sich nicht schlüssig, ob das heutige Gutsgebäude im frühen Mittelalter als Jagdschloss oder als Nonnenkloster diente. Aller Wahrscheinlichkeit dürfte das Letzere zutreffen. Pastor Houtrouw erwähnte in seiner geschichtlichen Betrachtung über Thunum, dass vor der Reformation neben der Pastorei eine Kaplanei angeblich aus den Besitzungen des späteren Fiekenholtschen Gutes bestand. In der Regierungszeit Edzard I. (1494 1528) und Ennos II. (1528 1540) gab es bekanntlich gravierende Veränderungen hinsichtlich der Besitzverhältnisse in ganz Ostfriesland. Bei der Säkularsierung der Klöster war man sehr rigoros. Viele dieser Einrichtungen wurden ausgeplündert und die Schätze flossen in die Kassen der Fürsten. Vieles blieb zu Beginn der fortschreitenden Reformation auch an unrechten Händen kleben.

Ulrich von Werdum berichtete, dass die Kaplanei (Fiekenholt) von Agnes v. Bentheim adelige Freiheiten erhielt. Es müsste demnach ziemlich bald nach der Reformation von Junker Baltahasar an Cordt von Brawo geschenkt worden sein, da dieser schon 1538 in der Kirche begraben wurde. Cordt von Brawo war Kammerherr beim Grafen Edzard I. auch Herr von Boysenhausen und dürfte als erster weltlicher Besitzer des Gutes zählen. Seine einzige Tochter und Erbin heiratet Jost von Fiekensholt, aus einem altadeligen Geschlecht im Oldenburgischen, bei dessen Nachkommen das Gut verblieb, bis die männliche Linie im Jahre 1702 mit Jost Johann von Fiekensholt ausstarb. Auch er hinterließ nur eine Tochter, die sich mit Rudolph Friedrich von Bielsky, Erbherrn zu Schildiek, vermählte. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor. Nach dem Tode von Bilskys verheiratete sich die Witwe abermals mit dem Jungherrn Ernst von Capell. Die Erben der Familie von Bilsky veräußerten den Gutsbesitz an den damaligen Amtmann Dr. Müller zu Esens, dessen Tochter mit dem Hauptmann Johann Gustav Karl von Glan stand in holländischen Diensten und war Angehöriger der Leibgarde von Oranien. Er hat als letzter Adelsherr auf Fiekenholt residiert. Einige Erinnerungsstücke, ein Wehrgehänge, ein Helmschirm und zwei Erinnerungstafeln Familienwappen) des Erbherrn von Glan und seiner Gemahlin werden in der Thunumer Kirche aufbewahrt.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts bis 1968 war das Gut in Besitz der Familie Kettler. Kurz vor ihrem Tode verkaufte Frau Kettler den Gutsbesitz an den Landwirt Otto Dirksen. Dieser ließ umfangreiche Renovierungsarbeiten am Wohn- u. Wirtschaftstrakt durchführen. Das Wohngebäude ist zum Teil unterkellert. So steht das Mauerwerk auf einem festungsähnlichen jahrhundertealten Gewölbe, welches unter Denkmalschutz steht. Das Wirtschaftsgebäude fiel im Jahre 1936 einem Brandunglück zum Opfer. Es wurde in der alten Bauweise wieder errichtet.
Anfang der 80er Jahre wurde das Gut wieder verkauft und der neue Besitzer errichtete im Wirtschaftsteil eine Schankwirtschaft.
Im Dez.2013 haben wir Gut Fiekensholt gekauft und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen lassen es wieder im alten Glanz erstrahlen.